Breitband ist nicht gleich DSL - Breitbandinitiative Bayern stellt Alternativen für schnellen Internetzugang vor
Breitband ist nicht gleich DSL war die zentrale Botschaft der regionalen Breitbandmesse im Rathaussaal in Barbing, zu der die Breitbandinitiative Bayern, eine Kooperation der IHKs mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und anderer Gemeindeverbände eingeladen hat. Der Ausbau von DSL stößt an seine Grenzen und es werden in absehbarer Zukunft einige Gemeinden, Gemeindeteile oder kleine Weiler und Höfe nicht mit dieser Technologie erschlossen werden. Dennoch müssen die betroffenen Bürger und Unternehmen nicht auf einen schnellen Internetzugang verzichten. Eine Alternative für Unternehmen ist die teuere aber qualitativ hochwertige Standleitung wie Andreas Leuzinger vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie den über 70 teilnehmenden Bürgermeistern, Breitbandpaten und Vertretern der Gemeinden erläuterte.
Kabel, Funk, Satellit, UMTS
Günstigere und dennoch leistungsfähige Lösungen sind Kabel, Funk, Satellit und UMTS. Die Technologien sind mittlerweile ausgereift und in vielfältigem Einsatz erprobt. „Es gibt praktisch keinen Ort, der nicht mit der einen oder anderen Technologie schnell und zu einem akzeptablen Preis ans Internet angeschlossen werden kann“, so Leuzinger. Bevor Gemeinden über alternative Internetanbindungen nachdenken, müssen sie zuerst die Nachfrage nach Breitband in der Gemeinde ermitteln, um mit den verschiedenen Anbietern in Verhandlungen treten zu können. Dabei hilft das Internetportal der Breitbandinitiative. Von den Gemeinden beauftragte Breitbandpaten fragen die Bürger und Unternehmen und stellen diese Daten in das Portal ein. Die Anbieter können diese Daten einsehen und den Gemeinden konkrete Angebote erstellen. Dass dies in der Praxis funktioniert, bekräftigte Albert Höchstetter, Bürgermeister von Barbing. Aufgrund der Angaben im Portal der Breitbandinitiative haben sich vier Anbieter gemeldet, mit zwei werden jetzt konkrete Verhandlungen geführt.
Keine Angst vor Funk
Für die großflächige Versorgung ganzer Gemeinden oder Gemeindeteile werden meistens Funklösungen gewählt. Welche Schritte für die Umsetzung notwendig sind, zeigte Martin Mogl für die Gemeinde Kipfenberg. Als größtes Hindernis erweisen sich dabei nicht technische Probleme, sondern die Gegner von Funklösungen. Die Ängste vor der zusätzlichen Strahlenbelastung sind jedoch unbegründet wie Dr. Matthias Wuschek, Professor an der Fachhochschule Deggendorf darstellte. Die bei Internetverbindungen eingesetzten Funkstandards WLAN und WIMAX sind moderne Technologien, die mit einer wesentlich geringeren Strahlungsintensität als andere Funklösungen arbeiten. „Die gemessenen Werte betragen nur ein Millionstel des gesetzlichen Grenzwertes und liegen weit unter der Intensität, die beispielsweise für Mobiltelefon, Radio oder Fernsehen benötigt werden“, erklärt Wuschek.
Förderung nicht ausgeschlossen
Eindringlich appellierten alle Referenten an die Bürgermeister, möglichst rasch mit den Vorbereitungen und Planungen zu beginnen. Bei einer ausreichenden Zahl an Interessenten lassen sich häufig Internetanbindungen ohne zusätzliche Kosten für die Gemeinden realisieren. In einzelnen Fällen können auch die von der Staatsregierung versprochenen 19 Millionen Euro Förderung einen Beitrag leisten. Die Förderbedingungen und die Förderhöhe stehen allerdings noch nicht fest. Klar ist jedoch, dass die Gelder nicht für einen Ausbau der DSL-Versorgung verwendet werden, wie manche Gemeindevertreter fordern. Dazu wäre der Betrag zu gering und die EU schreibt eine technologieneutrale Ausschreibung vor, wie der Vertreter des Wirtschaftministeriums betonte. Breitband ist eben nicht nur DSL.
