Breitband: Technik-Übersicht
Schneller Internetzugang lässt sich auf unterschiedliche Weise realisieren. Ein zentrales Unterscheidungskriterium ist die Frage, ob es sich um leitungsgebundene oder leitungsungebundene Lösungen handelt.
Da teilweise auch Mischlösungen zum Einsatz kommen, soll hier jeweils die „letzte Meile“ – d. h. wie der Anschluss direkt beim Nutzer realisiert wird – als Kriterium für die Zuordnung herangezogen werden.
Die Frage nach dem passenden Internetzugang für eine Gemeinde ist in etwa so schwer zu beantworten, wie die Frage nach dem passenden Auto für einen Haushalt. Brauche ich großes Ladevolumen oder soll es eher sparsam sein? Wer soll damit fahren? Schnell oder ökologisch? Heimische Wertarbeit oder Import?
„DSL“ ist in aller Munde und wird fälschlicherweise häufig mit dem Breitbandzugang gleichgesetzt. Aber nicht jeder Interessent kann einen Festnetz-DSL-Anschluss erhalten. Vor allem im ländlichen Raum können viele Grundstücke an diese Technik nicht angeschlossen werden. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:
a) Teilnehmerleitungen sind aus unterschiedlichen Gründen nicht für DSL geeignet.
b) Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wird in manchen Regionen die erforderliche Infrastruktur nicht ausgebaut.
Um trotzdem Breitband anbieten zu können, ist es erforderlich je nach regionaler Gegebenheit und technischer Voraussetzungen Alternativen zu finden.
Alternative Technologien zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum sind insbesondere funkgestützte Systeme. Angeboten werden derzeit sowohl Lösungen, bei denen der Breitbandanschluss über eine Satellitenverbindung realisiert wird, als auch terrestrische Funknetze, bei denen – ähnlich wie beim Mobilfunk – im Bereich der zu versorgenden Orte kleine Sendeanlagen errichtet werden. Hierbei kommen entweder Standleitungen oder Richtfunkverbindungen als Zuführung zum lokalen Netz zum Einsatz.
Jede der Technologien hat ihre Vor- und Nachteile. Welche Alternative für eine bestimmte Personengruppe oder Gemeinde die optimale ist, hängt von sehr vielen individuellen Faktoren ab, sodass hier meist im Vorfeld einer Entscheidung intensive Abklärungen zwischen den Nutzern und den jeweiligen Anbietern notwendig sind. Im Rahmen der Förderung werden die notwendigen Planungsarbeiten daher bezuschusst.
Der Leitfaden "Breitbandversorgung des ländlichen Raums in Bayern - Ein Leitfaden für Bürgermeister, Breitbandpaten und kommunale Verantwortliche" geht auf leitungsgebundene (DSL, Standleitung, Kabel TV, Powerline) und drahtlose (WLAN/WiMAX, UMTS, Mobilfunk,Satellit, Richtfunk) Lösungen ein.
